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St. Anthony, Neufundland, Kanada

In der Nähe der Nordspitze der großen nördlichen Halbinsel Neufundlands liegt das winzige St. Anthony (2.418 Einwohner), das sogar älter als der berühmte Seefahrer und Entdecker Jacques Cartier ist. Obwohl er der Stadt den Namen gab, war es bereits ein saisonales Lager, das von französischen und baskischen Fischern genutzt wurde, als er 1534 ankam. Das Schicksal von St. Anthony ist seit Langem mit dem Meer verbunden: Nach den Fischern folgten die Walfänger und jetzt gewinnt der Tourismus immer mehr an Bedeutung, wobei die Walbeobachtungsexpeditionen zu den wichtigsten Attraktionen zählen. Außerdem gibt es die Möglichkeit, Elche (das Gebiet hat eine der größten Populationen der Welt), im Frühling Eisbären sowie Eisberge zu beobachten, wenn sie entlang der Küste Neufundlands nach Süden driften. Für viele Reisende ist St. Anthony jedoch das Tor zu einer der faszinierendsten archäologischen Stätten Nordamerikas. Während Christoph Kolumbus im Volksmund als erster Europäer die Neue Welt „entdeckt“ hat, waren die Wikinger schon vor ihm da – mehr als vier Jahrhunderte zuvor. Die Überreste eines Dorfes aus dem 11. Jahrhundert in L’Anse aux Meadows, das weniger als eine Stunde nördlich von St. Anthony liegt, sind die ältesten Zeugnisse einer europäischen Siedlung in Nordamerika. Heute vermitteln die rekonstruierten Grassodenhäuser des UNESCO-Weltkulturerbes einen Eindruck vom harten Leben dieser frühen Siedler. 

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