Mit Kiefern bedeckte Hügel winden sich um die hübsche Stadt Pylos (oft auch mit dem italienischen Namen Navarino bezeichnet) in der Region Messenia im griechischen Peloponnes. Kopfsteingepflasterte Straßen führen hinunter zum Hafen, wo Außencafés die geschützten Gewässer der Bucht von Navarino überblicken.
Die friedliche Szene täuscht jedoch über die turbulente Vergangenheit hinweg. Im Jahre 425 v. Chr. errangen die Athener hier einen unerwarteten Sieg über die Spartaner und eroberten ihre Flotte. Zweiundzwanzig Jahrhunderte später fand in diesen Gewässern eine kritische Schlacht bei dem Kampf um die Unabhängigkeit Griechenlands statt. Eine Flotte von 24 französischen, britischen und russischen Kriegsschiffen versammelte sich 1827 in der Bucht von Navarino, um Ibrahim Pascha auf Wunsch des osmanischen Sultans zum Verlassen des Peloponnes zu bewegen, wo er mit der Niederschlagung einer griechischen Revolte beschäftigt war. Nach einer wochenlangen Pattsituation feuerte eins von Pashas Schiffen mitten in der Nacht eine Kanone ab. Das löste einen Großangriff aus. Die Reaktion der griechischen Sympathisanten führte zur Versenkung von drei Viertel der 68 Schiffe aus der Flotte des Paschas. Sie töteten auch mehr als 6.000 Soldaten, ohne dabei ein einziges europäisches Schiff zu verlieren. Zehn Monate nach diesem entscheidenden Schlag begannen die Türken mit der Evakuierung. Damit endete die fast 400-jährige Besatzungszeit und 1830 wurde Griechenland frei und zu einer eigenen Nation.
Reisende kommen nicht nur wegen der Geschichte hierher. Mit Kopfsteinen gepflasterte Straßen führen hinunter zum Hafen, wo Freiluft Cafés die geschützten Gewässer die Bucht von Navarino überblicken.