Das geschäftige Tokio und das zeitlose Kyoto mögen besser bekannt sein, aber das japanische Seto-Binnenmeer ist einer der größten Schätze des Landes. Von Ost nach West erstreckt es sich über 450 Kilometer (280 Meilen). Dieses Gewässer ist so weitläufig und an manchen Stellen doch so eng, dass es durch die Gezeiten zur Bildung riesiger Strudel kommt. Normalerweise ist dieses Meer, das fast komplett von Land, nämlich von den großen Inseln Honshu, Kyushu und Shikoku, umgeben ist, sehr ruhig, eher wie ein See, als ein offener Ozean.
Sein Ufer ist geprägt von großen Häfen. Das Meer selbst ist durchzogen von Fahrrinnen und überspannt von gigantischen Brücken. In dem Meer liegen etwa 3.000 Inseln. Auf vielen dieser Inseln gibt es alte Fischerdörfer und Tempel, z. B. den Itsukushima-Schrein in Miyajima mit seinem berühmten roten Eingangstor, dem Torii, das zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. In der japanischen Folklore glaubte man, dass das Binnenmeer der älteste Teil der Nation wäre. Die vielen verstreuten Inseln sind die Schauplätze zahlloser Legenden und Mythen. Der Nationalpark des Binnenmeers besteht aus Dutzenden von nicht zusammenhängenden Enklaven, deren Gebiete verbuschte Strände bis hin zu Nadelwäldern umfassen, in denen Hirsche und Makaken umherstreifen. Die vielfältige Unterwasserwelt wartet mit exotischen Exemplaren wie Pfeilschwanzkrebsen und finnenlosen Schweinswalen auf.