Die meisten Japaner dachten bei Aomori früher nur an den Ort, an dem man die Fähre nach Hokkaido nahm. Ihres Erachtens nach hatte man, wenn man dann endlich dort angelangt war, das Ende der zivilisierten Welt erreicht. Die kleine Tsugaru-Straße, die Honshu von Hokkaido trennt, ist nicht breit – nur etwa 20 Kilometer (12,5 Meilen) an ihrem engsten Punkt –, aber ökologisch wichtig: Hokkaido ist Heimat von Tieren, die mit Exemplaren in Nordasien verwandt sind, während die von Honshu eher südasiatische Vorfahren haben. Die Meeresstraße ist auch berühmt für plötzlich auftretendes sehr raues Wetter und für die zahlreichen Schiffswracks. Die Stadt wurde im Zweiten Weltkrieg dem Erdboden gleichgemacht, sodass nicht viel von ihrer Geschichte zu sehen ist. Dennoch ist es eine schöne Gegend mit nur wenig Verkehr und Bebauung. Und da die Stadt immer noch das Haupttor nach Hokkaido ist, hat die Stadt Geld für Architektur und Parks. Die Lage am Rande der Mutsu-Bucht bedeutet, dass zwischen den Gebäuden oft eine schöne Aussicht auf das Wasser überrascht. Die alte Sichtweise auf Aomori ist längst überholt. Aomori ist vielleicht nicht ganz das, was die meisten Menschen erwarten, wenn sie eine Reise nach Japan planen. Doch es ist das, woran Japaner denken, wenn sie sich fragen, wo sie das neue Jahrhundert richtig begonnen haben.