Es war einmal eine Zeit, da war Incheon ein stilles Küstendorf und damit typisch für Korea. Die Männer gingen fischen, die Frauen machten Kimchi. Es gab insgesamt vielleicht ein paar Tausend Menschen in der Region.
Und dann kam der Krieg. Incheon ist der Ort, an dem Ende 1950 die US-Marines landeten, was den Beginn des Endes des Koreakriegs markierte. Es war ein Krieg, der letztendlich mehr als 40.000 amerikanische Soldaten und eine nicht bekannte Anzahl von Koreanern das Leben kostete.
Als Incheon nach den kriegerischen Auseinandersetzungen wieder auf die Beine kam, wurde es Teil des koreanischen Wirtschaftswunders und der ersten offiziellen Freihandelszone des Landes. Mit seinem perfekten Naturhafen, der flachen Landschaft und den drei Millionen Einwohnern ist es mittlerweile sowohl Teil der Megastadt Seoul als auch ein eigener Ort.
Würde ein koreanischer Kriegsveteranen Incheon besuchen, würde er wahrscheinlich nichts wieder erkennen, außer vielleicht einen kleinen Bereich um den Freedom Park herum. Dort, wo es früher Wasserbecken voller Reis gab, stehen heute Apartmenthochhäuser. Selbst der Strand, an dem die Marinesoldaten an Land gingen, wurde erweitert und neugestaltet, um Platz für das koreanische Wirtschaftswunder zu schaffen. Aber einer ganzen Generation sitzt die Vergangenheit dieses Ortes noch in den Knochen, und ein Besuch lohnt sich.